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Friday, 25 April 2014

Earthquakes in Bougainville

from Bishop Bernard Unabali, 24 April:

"I send a brief report on the situation of earthquake in Bougainville in the last few days. The quake first struck Friday evening 4th April quite late past 10pm. That initial quake was reported from Buin, Piano area with a house collapse killing a child. Otherwise, there were unreported collapse of houses, land slides and cracks of some churches but one other one was a Ward in the Buka Hospital in the Northern part. 
The third and biggest scary one struck close to 11-12 midnight on Saturday 19th of April ; Easter Vigil hours. In the North it was felt like 7-8 on the R scale. So in the South West it was felt really more? The places where mass/services started early got caught on their return and the ones who had late starts or second mass (shortages of priests) were caught in the churches. So imagine what happened. Some left only the priests and a few inside at elevation! Others had homilies cut short. 



One place was at blessing of the baptismal water and the shaking of the water had the priest 'baptized ' rather than the babies! Lucky no priests ran away from the people. Reports so far show another dead and churches in the south cracked, statues, tabernacles, cross, walls and floor foundations. And more people's houses and gardens destroyed by landslides. In Torokina , West Coast Bougainville there was sea rise that went into two to three coastline villages who had to move Inland in a scramble. Some rivers are dirty as land slides damned them up. We do not have a diocese level Caritas properly set up. It is the same In parishes but we are already making plans to do that some months down the line this year. And for what these quakes have damaged we are organizing to collect data through informants from remote areas and site visits where possible.
Thanks to all! Bishop Bernard Unabali, Bougainville"

(Source: Social Concerns)



Wednesday, 23 April 2014

Numa Numa Trail - Slideshow

Photos of our hike on the Numa Numa Trail.
(Hover with your mouse cursor over the photo and use arrow buttons on either side of images to navigate forward and backward. Click on a photo to view it on Flickr. Click here to view the full album on Flickr: Numa Numa Trail )

Numa Numa Trail

Sunday, 20 April 2014

Numa Numa Trail - Graun i bruk



Ute und ich sind auf einer Bootstour in rauhe See geraten. Das Boot schwankt hin und her. Ute schreit vor Angst. Plötzlich ist die See wieder spiegelglatt, und dann auf einmal kommen die Wellen wieder.  Es ist wie in einem Alptraum. Da rüttelt mich etwas. Es ist Ute, die mich weckt. Ich werde langsam wach, aber der Traum geht irgendwie weiter. Wir schwanken heftig hin und her, wie auf hoher See. Wir befinden uns aber nicht auf einem Boot, sondern in einer Hütte in Libua an den Ausläufern des Mount Bagana. Draussen laufen Menschen aufgeregt durch die Nacht. 
Die Erde bebt immer heftiger. Dann herrscht plötzlich gespenstische Ruhe. Wenige Minuten später, es ist gegen Mitternacht, schlägt das Erdbeben wieder mit tiefem Grollen zu. Wir beschliessen in der Hütte zu bleiben. Die Hütte ist elastisch gebaut und kann nicht einstürzen. Draussen aber können Äste und ganze Bäume auf uns fallen. An Schlaf ist nicht mehr zu denken, denn die Beben setzen sich bis in die frühen Morgenstunden fort. 
Als die Sonne aufgeht, sehen wir das Ausmaß des Schreckens. An einigen Hütten sind Teile der Dächer abgefallen. Mitten im Dorf ist ein Hang abgerutscht. 


Betelnusspalmen sind umgekippt und unsere Hütte steht plötzlich an einem Abhang, wo vorher keiner war. Unter der Hütte ist der Untergrund eingerissen. Noch ein heftiger Schubser und wir wären samt Hütte den Hang hinabgerodelt. Graun i bruk - der Boden ist kaputt. Immerhin hat es keine Verletzten in Libua gegeben und alle sind froh, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist.
Gegen halb acht am Morgen taucht endlich Paul auf. Paul ist unser Führer für die nächste Etappe auf dem Numa Numa Trail. Zusammen mit Mathew, unserem Gastgeber, soll er uns bis zur Straße nach Wakunai begleiten. 
Paul gehört zu den Me'ekamui, die eine eigene Regierung in Bougainville stellen und beanspruchen, die Bevölkerung von Bougainville zu vertreten. Eigentlich brauchen wir keinen zweiten Führer, aber mit den Me'ekamui ist nicht immer gut Kirschen essen und indem wir Paul engagieren, erhoffen wir uns die Zustimmung der Me'ekamui für unsere weitere Wanderung.
Als Paul das Dorf erreicht, würdigt er uns keines Blickes, sondern knöpft sich stattdessen gleich Matthew vor und schimpft ihn aus. Die anderen Männer schweigen betreten. Paul schimpft in der lokalen Sprache und nicht auf Pidgin, weshalb wir ihn nicht verstehen. Da es aber offensichtlich um uns geht, grüße ich ihn erst mal freundlich und frage, was das Problem ist. “Ihr zwei seid in großen Schwierigkeiten! Verschwindet hier!” schnautzt er mich an. “Was haben wir denn angestellt?” “Ihr habt ohne Erlaubnis der Regierung von Me'ekamui unser Land betreten!” Ute hat eine schriftliche Erlaubnis der Regierung von Me'ekamui, aber dummerweise nicht dabei. Sie ist schließlich öfter im Busch unterwegs um Workshops durchzuführen. Paul kommt richtig in Fahrt, als wir ihm erklären, dass wir keine Touristen sind, sondern für die Autonome Region Bougainville arbeiten. Mit der Machete fuchtelnd und seine rot unterlaufenen Augen rollend schreit er: ”Was ist die Autonome Region Bougainville? Hier gibt es nur das Königreich Me'ekamui! Ihr verdammten Deutschen habt uns erst kolonialisiert und dann im Stich gelassen!” Ute versucht zu erklären, dass sie für das Traditional Health Project und damit für alle Bougainviller arbeitet. Da stampft Paul mit dem Fuss auf und brüllt: ”Ihr habt kein Recht, unsere Pflanzen zu benutzen! Die gehören alle den Me'ekamui! Verpisst Euch!” So geht das weiter und weiter. Paul verbietet uns den Weitermarsch und die versammelten Männer schweigen. Wir haben verloren. Unser Marsch endet in Libua. Ich sage Paul, dass es in Ordnung sei. Wenn wir nicht gewollt sind, dann gehen wir eben. Da springt er auf, stampft auf den Boden und brüllt: “Ich bin der rote Teufel! Ich besiege jeden! Steh’ auf und stell Dich, wenn Du ein Mann bist!” Dieses Rumpelstilzchen will mit mir kämpfen? Der rote Teufel aus dem Busch gegen den Jecken aus Köln? Auf dieses Spiel darf ich mich nicht einlassen und auf die anderen Männer kann ich nicht zählen, die sind eingeschüchtert. Also vermeide ich Blickkontakt, schaue auf den Boden und entschuldige mich, für was auch immer. Das tut richtig weh!
Unter Schimpftiraden packen wir unsere sieben Sachen. “Ihr seid schuld an dem Erdbeben! Ihr habt den Berg erzürnt! Dafür müsst Ihr uns entschädigen. Ihr werdet zahlen!” 
Wir machen uns auf den langen Weg zurück. Godfrey und Hoffney folgen uns nach einer Weile, und später stößt auch noch Matthew zu uns. Es tut ihm alles fürchterlich leid. 
Es regnet in Strömen, unsere Füße sind aufgeweicht und viele Hänge sind durch das Erdbeben abgerutscht. Zusammen mit der Enttäuschung macht das den Rückweg zur Qual. Gegen 16 Uhr erreichen wir völlig aufgeweicht Vuakovi.

Alle sind entsetzt über Pauls Verhalten. Am Abend kehrt Steven von einer Versammlung zurück und versichert uns, dass er persönlich von Paul die Genehmigung für unseren Marsch erhalten hat, aber das hilft uns auch nicht weiter. Wir erfahren, dass das nächtliche Erdbeben die Stärke 7 auf der Richter-Skala erreicht hat und dass ein Tsunami über das kleine Dorf am Strand von Torokina gerollt ist. Die Einwohner konnten aber rechtzeitig nach Piva fliehen, so dass keiner verletzt wurde.
Zu unserer großen Freude ist Alfons inzwischen in Vuakovi eingetroffen und verspricht, uns am kommenden Morgen mit seinem Boot nach Buka mitzunehmen.

Zum ersten Teil der Numa Numa Saga







Numa Numa Trail - Erdbeben im Busch

In der Nacht rappelt die Erde wieder heftig. Mount Bagana scheint nicht sehr glücklich über unsere Anwesenheit zu sein. Wir stehen um 6:00 Uhr auf, packen unsere nassen Habseligkeiten zusammen und ziehen gegen 7:30 Uhr los. Mathew, der uns eigentlich hier abholen sollte, wartet in Libua auf uns. Deshalb schickt Steven seinen kleinen Bruder Godfrey und seinen Cousin Hoffney mit uns auf den Weg. Ein paar Frauen und Kinder gesellen sich zu uns, so dass wir eine stattliche Karawane bilden.


Der erste Anstieg ist mörderisch und der Dschungel dampft uns zusätzlich ein. Nachdem wir den ersten Gipfel erreichen, beginnt die Erde wieder zu beben. Ich starre fasziniert auf die Vegetation. Kein Lüftchen rührt sich, aber die Pflanzen bewegen sich wie in einem Sturm. Die Erde unter meinen Füßen fühlt sich butterweich an. Ich habe das Gefühl auf einem Skateboard zu stehen. Ute ist noch weiter unten an einem steilen Abhang und muss sich an einem Baum festhalten um nicht den Berg hinunter zu purzeln. Erdbeben haben einen Klang! Ich dachte immer, das gibt es nur in Action-Filmen. Ein ganz tiefes Grollen begleitet das Erdbeben. Viel tiefer als ein Donnergrollen und nicht lokalisierbar. Beängstigend!






Wir nutzen ein paar Kokospalmen für eine Pause. Die Jungs klettern hinauf und pflücken uns Kulau, das sind frische Kokosnüsse. Wir trinken den prickelnden Saft und fühlen uns gleich besser. Dann geht es weiter. Bergauf. Bergab. Durch Flüsse hindurch. Dutzende Flüsse. Später am Vormittag beginnen die Regenfälle, aber da sind wir schon längst nass bis auf die Knochen.




Es dampft und tropft aus allen Winkeln. Dazu gesellt sich ein Faulgeruch, den wir nicht mehr aus der Nase bekommen. Dieser Dschungel ist der reinste Gärbehälter. "So müssen sich die Bakterien im Pansen einer Kuh fühlen", schießt es mir durch den Kopf. Dann muss ich laut lachen. Die Bakterien vermehren sich nämlich auch noch ungehemmt im Pansen einer Kuh, und nach ungehemmter Vermehrung steht mir momentan wirklich nicht der Sinn. Offensichtlich bin ich keine Bakterie.



Nach einigen Stunden erreichen wir ein Dorf. Es herrscht eine merkwürdige Stimmung. Normalerweise wird man fröhlich begrüßt, aber hier werden wir nur angestarrt. Godfrey und Hoffney wollen keine Pause machen und schnell weiter marschieren. Am Ende des Dorfes lassen sie sich zu einer kleinen Rast überreden, sehen dabei aber nicht glücklich aus. In dieser Abgeschiedenheit gibt es viel Neid und Misstrauen. Wer sind diese Fremden? Was wollen die hier? Wieso queren die unser Land? Wieso verdient Stevens Familie Geld mit denen und wir nicht?




Später an einem Fluss stoppt uns ein alter Mann. Er ist einer der Dorfältesten von Libua und verwickelt Godfrey in eine lange Diskussion. Offensichtlich weiß er nichts von unserer Anwesenheit und unseren Absichten. Das ist nicht gut. Wir einigen uns darauf, die Situation am Abend in Libua zu klären und dürfen schließlich weiter ziehen.
Kurz vor Dunkelheit erreichen wir Libua, wo Mathew uns bereits erwartet. Der alte Mann vom Fluss ist auch schon da. Wie der uns überholt hat, ist mir ein Rätsel.

Wir werden fürstlich mit Bananen, Taro, Bataten, Gemüse mit Kokosmilchsoße, Reis und Fisch bewirtet. Dann beziehen wir eine winzige Kammer in einer Hütte. Beim Auspacken reißt eine Aufhängung meiner Kamera ab. Sie ist einfach wegkorrodiert. Ich kann's ihr nicht übel nehmen. Fühle mich auch korrodiert. Außerdem fokussiert die Kamera nicht mehr richtig. Auch die GPS mag nicht mehr die Position bestimmen. Es ist den Beiden einfach zu nass geworden.
Wir versorgen unsere aufgeriebenen Füße mit Zinksalbe und vielen Metern Leukoplast.
Dann gehen wir zum "stretim toktok", zum klärenden Gespräch. Wir erklären, wer wir sind, was wir in Bougainville so treiben. Nach einer Weile haben der Älteste und die anwesenden Männer keine Einwände mehr gegen unseren Aufenthalt und genehmigen unseren Weitermarsch.
Wir gehen sehr früh ins Bett und ich frage mich, wie viele Tage wir wohl noch brauchen werden bis wir entweder in Wakunai angekommen sind oder uns vollständig aufgelöst haben.

Zum ersten Teil der Numa Numa Saga

Zum vierten Teil der Numa Numa Saga





Saturday, 19 April 2014

Déjà Vue bei Schulbesuch in Bougainville

Beim Besuch des Schulzentrums von Vuakovi mit Elementary und Primary School musste ich unwillkürlich an die Zeiten denken, als ich für das Hessische Kultusministerium gearbeitet und Schulen im Odenwald besucht habe.