"What lies behind us and what lies before us are tiny matters compared to what lies within us"
(Ralph Waldo Emerson, 1803 - 1882)
It's time to jump - wish you all a happy New Year!
Wednesday, 31 December 2014
Happy New Year!
Friday, 26 December 2014
Christmas trip to Pokpok Island
Here is the slideshow of our Christmas trip to Pokpok Island. The island is just opposite of Kietta at Bougainville Island. There is a wonderful guesthouse on Pokpok Island and the people are very friendly and helpful. Great place for snorkelling, fishing or just reading a book on the beach.
(Hover with your mouse cursor over the photo and use arrow buttons on either side of images to navigate forward and backward. Click on a photo to view it on Flickr. Click here to view the full album on Flickr: Christmas on Pokpok Island )
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Friday, 7 November 2014
Sepik River Cruise - der letzte Tag auf dem Fluss
Am Morgen packen wir unsere Habseligkeiten zusammen und schleppen sie zum Flussufer. Es ist erstaunlich, wie schnell sich einfache Gepäckstücke auf einer so kurzen Reise vermehren. Die paar Masken, Schnitzereien, Bilums und Ketten, die wir gekauft haben können doch nicht so viel Platz einnehmen! Oder etwa doch?
Dann treten wir unsere letzte Wanderung am Sepik River an. Es geht steil bergauf zu einer Kirche die von einem Hügel aus die Flusslandschaft überwacht.
Die Kirche ist prachtvoll verziert mit Malereien, wie man sie in den Ahnenhäusern findet. Altar und Kanzel sind mit traditionellen Schnitzereien verziert.
Auf den ersten Blick irritieren mich die vielen Symbole von Geistern und Ahnen etwas.
Aber dann wird mir klar, dass auch unsere Kirchen in der Heimat gerne Anleihen bei heidnischen Bräuchen machen. Der Weihnachtsbaum beispielsweise ist so ein heidnisches Symbol.
Und es wird den Menschen am Sepik sicherlich schwer fallen, einen Unterschied zwischen ihrem Ahnenkult und der Heiligenverehrung in der katholischen Kirche zu sehen.
Kurze Zeit später erreichen wir ein Dorf.
Es wird höchste Zeit, dass wir eine Pause einlegen, denn Utes gebrochener Zeh macht ihr zu schaffen. Sie ist die ganze Reise über tapfer mithilfe von Gehstöcken über Stock und Stein gehumpelt und hat fleissig Schmerztabletten gegessen. Aber die Anstrengungen und die Schmerzen fordern ihren Tribut.
In dem Dorf wartet bereits Kevin Apsepa (kapsepa3 at gmail.com) darauf, uns seine Schnitzereien zu zeigen. Kevin gehört zum Volk der Kwoma und seine Schnitzereien wurden bereits in der Queensland Art Gallery in Brisbane/Australien ausgestellt.
Er hat das Handwerk von seinem Vater gelernt, der ebenfalls noch aktiv ist. Dessen schwindendes Augenlicht erlaubt ihm aber nicht mehr, die komplizierteren Schnitzereien herzustellen.
Am frühen Nachmittag machen wir uns auf den Weg zurück nach Ambunti. Dann geht auf einmal alles sehr schnell. Malu, unser Skipper, wartet bereits mit dem schwer beladenen Einbaumkanu auf uns. In etwa zweieinhalb Stunden erreichen wir Pagwi. Dort steigen wir in den Minibus, der uns über den Sepik Highway zurück ins 21. Jahrhundert katapultiert. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir Wewak und am nächsten Morgen steigen wir in das Flugzeug nach Madang.
Das ging einfach zu schnell! Gerne wären wir noch geblieben, hätten Ahnengeschichten gelauscht und die wunderbaren Sepikmasken auf uns wirken lassen. Der Sepik River und seine Anwohner haben keine/n von uns unberührt gelassen. Wir durften einen Blick in scheinbar vergessene Zeiten der Menschheit werfen.
Und wenn uns morgen jemand fragt, ob wir Lust haben, noch einmal eine Zeitreise zum Sepik River zu wagen, mit Krokodilen zu baden, trockene Kekse mit Dosenfisch zu knabbern, schlammiges Flusswasser zu schlürfen und unser Blut gierigen Moskitos zu spenden: Wir sind dabei!
Zum ersten Teil der Sepik River Saga
Wednesday, 5 November 2014
Sepic River Cruise - auf dem Upper Sepik
Weiter geht es flussaufwärts. Unser Ziel ist das Dorf Maliwei am Upper Sepik River.
Flussbiegung um Flussbiegung arbeiten wir uns weiter, legen aber nur wenige Kilometer Luftline zurück. Der Sepik River ist hier kein Fluss. Er ist eine verschnörkelte Wasserlandschaft. Die Grenze zwischen Festland und Wasser verschwimmt. Der Sepik ist einfach überall.
Während des zweiten Weltkriegs war die Region von der japanischen Armee besetzt. Im Kehrwasser einer der unzähligen Flussbiegungen halten wir an und Joseph erzählt uns die Geschichte des Massakers von Timbunke.
Japanische Soldaten massakrierten etwa 100 Dorfbewohner, nachdem ein australisches Flugzeug nur 10 km von Timbunke gelandet war. Die Japaner hatten die Dorfbewohner des Verrats verdächtigt.
Nach knapp 2 Stunden erreichen wir Maliwei. Hier gibt es sogar Benzin und eine Werkstatt für Außenborder-Motoren. Das ganze Dorf ist verziert mit Schnitzereien. Selbst die Pfosten der Pfahlbauten sind mit Ornamenten und Gesichtern versehen.
Beeindruckende Garamut-Trommeln haben filigran geschnitzte Krokodilsköpfe. Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Langsam schlendern wir durch Maliwei und erreichen schließlich das Haus Tambaran, das Ahnenhaus.
Hier sind es nicht so sehr die Masken, die den Charakter des Hauses prägen. Es ist vielmehr verziert mit prachtvollen Malereien auf Saksak-Rinde, die an der Decke hängen.
Zu jedem Kunstwerk gibt es eine Geschichte und Joseph wird nicht müde, uns alle Symbole zu erklären.
Auch hier spielt die Darstellung von Genitalien eine große Rolle. Häufig sind die Innenpfosten der Ahnenhäuser als enorme Phalli ausgestaltet.
Der Innenraum eines Ahnenhauses wird als Bauch oder Gebärmutter verstanden.
Selbst der Eingang eines Ahnenhauses ist oft im Giebel mit der Schnitzerei einer Frau mit gespreizten Beinen versehen. Ein Fruchtbarkeitssymbol.
Die Männer kehren symbolisch in den Schoß der Mutter zurück, wenn sie das obere Stockwerk eines Haus Tambaran betreten.
Am Nachmittag brechen wir zu einer Wanderung über den Berg auf.
Wir kürzen damit eine der Flussschleifen ab, die der Sepik in die Wasserlandschaft malt.
Als wir das Flussufer wieder erreichen, wartet bereits das Kanu auf uns.
Zum ersten Teil der Sepik River Saga
Zum letzten Teil der Sepik River Saga
Flussbiegung um Flussbiegung arbeiten wir uns weiter, legen aber nur wenige Kilometer Luftline zurück. Der Sepik River ist hier kein Fluss. Er ist eine verschnörkelte Wasserlandschaft. Die Grenze zwischen Festland und Wasser verschwimmt. Der Sepik ist einfach überall.
Während des zweiten Weltkriegs war die Region von der japanischen Armee besetzt. Im Kehrwasser einer der unzähligen Flussbiegungen halten wir an und Joseph erzählt uns die Geschichte des Massakers von Timbunke.
Japanische Soldaten massakrierten etwa 100 Dorfbewohner, nachdem ein australisches Flugzeug nur 10 km von Timbunke gelandet war. Die Japaner hatten die Dorfbewohner des Verrats verdächtigt.
Nach knapp 2 Stunden erreichen wir Maliwei. Hier gibt es sogar Benzin und eine Werkstatt für Außenborder-Motoren. Das ganze Dorf ist verziert mit Schnitzereien. Selbst die Pfosten der Pfahlbauten sind mit Ornamenten und Gesichtern versehen.
Beeindruckende Garamut-Trommeln haben filigran geschnitzte Krokodilsköpfe. Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Langsam schlendern wir durch Maliwei und erreichen schließlich das Haus Tambaran, das Ahnenhaus.
Hier sind es nicht so sehr die Masken, die den Charakter des Hauses prägen. Es ist vielmehr verziert mit prachtvollen Malereien auf Saksak-Rinde, die an der Decke hängen.
Zu jedem Kunstwerk gibt es eine Geschichte und Joseph wird nicht müde, uns alle Symbole zu erklären.
Auch hier spielt die Darstellung von Genitalien eine große Rolle. Häufig sind die Innenpfosten der Ahnenhäuser als enorme Phalli ausgestaltet.
Der Innenraum eines Ahnenhauses wird als Bauch oder Gebärmutter verstanden.
Selbst der Eingang eines Ahnenhauses ist oft im Giebel mit der Schnitzerei einer Frau mit gespreizten Beinen versehen. Ein Fruchtbarkeitssymbol.
Die Männer kehren symbolisch in den Schoß der Mutter zurück, wenn sie das obere Stockwerk eines Haus Tambaran betreten.
Am Nachmittag brechen wir zu einer Wanderung über den Berg auf.
Wir kürzen damit eine der Flussschleifen ab, die der Sepik in die Wasserlandschaft malt.
Als wir das Flussufer wieder erreichen, wartet bereits das Kanu auf uns.
Für den Rückweg nach Ambunti brauchen wir lediglich 40 Minuten, eine Stunde weniger als für die Hinfahrt. Und das nur, weil wir einmal über den Berg gelaufen sind!
Unglaublich, welche Umwege der Sepik sich auf seinem Weg zum pazifischen Ozean leistet!
Zum ersten Teil der Sepik River Saga
Zum letzten Teil der Sepik River Saga
Sepik River Cruise - Tumbuna Stori in Ambunti
Ambunti liegt am Fuß einer Hügelgruppe, deren höchste Erhebung mit 466 Metern der Mount Ambunti ist. Ambunti ist das Zentrum des gleichnamigen Districts. Wir sind in einer einfachen Herberge untergebracht. Ute und ich ziehen ins Erdgeschoss ein und bekommen ein Zimmer mit einer Tür. Die Anderen schlafen im ersten Stock und haben dafür keine Türen. An einem Bächlein ist eine Dusche installiert, die allerdings nur rudimentäre Privatsphäre ermöglicht. Überhaupt Privatsphäre! Es geht hier kuschelig zu. Unser Zimmer ist permanent von Dutzenden Besuchern belagert.
Ist ja auch irgendwie spannend, Gäste aus dem Ausland zu haben. Als wir einmal die Tür zusperren und den Schlüssel innen vergessen, drückt sich kurzerhand einer unserer Zaungäste von außen durch die Wand und öffnet die Tür von innen. So einfach können Lösungen sein! Es handelt sich bei der Herberge aber auch eher um eine Leichtbausweise. Aber alle sind hier sehr freundlich und so fühlen wir uns sehr wohl. Außerdem gibt es ein so genanntes Haus Win, das ist eine offene Gemeinschaftshütte, durch die der Wind wehen kann. Daher rührt auch der Name: Haus Win, das Windhaus. In dieser Hütte werden wir nicht gestört.
Wir bewundern die ökonomischen Aktivitäten im Umfeld unserer Herberge. Es gibt insgesamt sechs Gehege mit Krokodilen und eine Solarladestation. Ich bin begeistert, als ich den Adapter sehe, mit dem die Handybatterien hier aufgeladen werden. Er besteht aus den Überresten alter Wellblechplatten, deren Enden zu Kontaktspitzen gedengelt wurden. Die Batterien werden an ihren Kontaktflächen mit Hilfe dieser rustikalen Kontakte festgeklemmt. Einfach, aber effizient!
Am Abend erzählt uns Joseph eine Tumbuna Stori, das ist eine Art Sage. Tumbuna Storis spielen eine große Rolle in den Kulturen Papua Neuguineas und werden gerne am abendlichen Feuer erzählt. Josephs Tumbuna Stori handelt von Kindern, die ausgesetzt werden und nach vielen Abenteuern irgendwie den Weg wieder nach Hause finden. Entfernt erinnert die Geschichte an Hänsel und Gretel, aber sie ist viel komplexer. So komplex, dass uns nicht ganz klar ist, ob Joseph nicht hin und wieder den Faden verliert bei seiner Tumbuna Stori.
Dann erklärt Joseph uns noch, dass es hier einige Familien gibt, deren Kindern ein Finger fehlt. Früher hat man den Babys von Familien, in denen es häufiger Fehlgeburten gab, direkt nach der Geburt den Ringfinger abgeschnitten. So sollten weitere Fehlgeburten oder Missbildungen verhindert werden. Das Amputieren von Fingern ist auch in anderen Völkern von Papu Neuguinea verbreitet, häufig als Ausdruck der Trauer.
Zum ersten Teil der Sepik River Saga
Zum fünfzehnten Teil der Sepik River Saga
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