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Monday, 3 November 2014

Sepik River Cruise - die Blutsteine von Kanganaman


Vor dem Ahnenhaus von Kanganaman ragen zwei scharfkantige dunkle Steine aus dem Rasen hervor. Es sind Blutsteine.

An diesen Steinen wurde das Blut getöteter Feinde rituell geopfert.

Blutsteine befinden sich häufig am Ortseingang und wurden nach Kriegshandlungen mit dem Blut der getöteten Feinde übergossen, um dadurch dem Dorf den guten Anteil der Seele des Feindes zu erhalten. Sie wurden aber auch genutzt, um die Schädel der getöteten Feinde zu zertrümmern.

Blut und Hirnsubstanz wurden dann den Frauen und Kindern als Mahlzeit gereicht um ihnen Kraft zu geben und sie vor den Feinden zu schützen.

Jacob, unser Gastgeber, erklärt uns, dass noch sein Grossvater an den Blutsteinritualen teilgenommen hat.


Zum ersten Teil der Sepik River Saga

Zum sechsten Teil der Sepik River Saga


Sepik River Cruise - Initiation in Kanganaman

Es ist schon spät am Nachmittag als wir Palambai erreichen. Schnell entladen wir das Kanu. Dann tuckern wir ein Stück weiter flussabwärts nach Kanganaman.

Im 'Haus Tambaran' von Kanganaman findet ein seltenes, mehrwöchiges traditionelles Initiationsritual statt.

Das 'HausTambaran' ist ein Ahnenhaus. Es ist der Mittelpunkt eines Dorfes in der Sepik-Region. Das von Ständern getragene Langhaus ist bis zu 50 Meter lang und bis zu 30 Meter hoch. Es dient als Aufbewahrungsort zahlreicher Holzbildhauer-Arbeiten, die von den Geistern der Ahnen belebt sind.

Jeder Clan hat ein Haus Tambaran und nur Männer dürfen es betreten.

Das Initiationsritual ist eng mit der mythologischen Schöpfungsgeschichte der Dorfgemeinschaft verbunden.

Im Verlauf des Rituals schneiden die alten Männer den jungen Männern Muster aus Hunderten von Wunden auf Brust, Rücken, Schultern und Schenkeln. Diese Wunden werden danach mit Öl behandelt und die jungen Männer mit einer kühlenden Lehmschicht umhüllt.

Langsam entzünden sich diese Wunden. Aus den vernarbenden Stichen entsteht so die berühmte "Krokodilshaut".

Krokodile werden als spirituelle Schöpfungswesen verehrt. Die Narben werden entsprechend auch 'Zeichen des Krokodils' genannt.

Mit den als Krokodilbissen verstandenen Schnittwunden sterben die Männer im spirituellen Sinne und werden anschließend wiedergeboren. Die Narben symbolisieren die Abstammung der Menschen vom Urkrokodil. Die jungen Männer erhalten mit den Narben und dem im Rahmen der Zeremonie angeeigneten Stammeswissen den Status erwachsener, heiratsfähiger Krieger.

Als wir das Ahnenhaus betreten, stellen sich die Männer für uns in einer Reihe auf. Dabei stützen sie sich auf je zwei Bambusstecken. Sie zittern vor Schmerzen.

Während der dreiwöchigen Zeremonie versorgen sich die Männer mit Betelnuss und anderen Drogen um die Tortur zu überstehen.


Zum ersten Teil der Sepik River Saga

Zum fünften Teil der Sepik River Saga






Sepik River Cruise - Flussfahrt in einem Baum

Gerade sind wir am Ufer des Sepik River angekommen, da gleitet auch schon Gerome elegant mit seinem Boot heran.


Das Boot ist ein zwanzig Meter langer ausgehöhlter Baumstamm, achtern etwa 90 cm und am Bug etwa 60 cm breit. Am Heck blubbert ein 40 PS Außenborder vor sich hin.
Ich habe noch nie ein solch durchdachtes Boot gesehen.


Perfekte Rumpfform, pfeilschnell, große Ladekapazität und aus natürlichen Materialien hergestellt.
Wir verstauen Gepäck und Vorräte für die Woche in das Kanu.


Dann fädeln wir uns von Heck bis Bug in das Kanu ein und steuern unser erstes Tagesziel Palambai, etwa zwei Stunden flussabwärts, an.



Zum ersten Teil der Sepik River Saga

Zum vierten Teil der Sepik River Saga



Sunday, 2 November 2014

Sepik River Cruise - unterwegs nach Pagwi

Im Flugzeug nach Wewak warten bereits Caroline und Jack auf uns. Sie sind aus Rabaul eingeflogen. Damit ist unser Team komplett. 


Auf dem Flug nach Wewak bewundern wir die kühnen Ornamente und Schleifen, die Ramu- und Sepik-River in die Landschaft malen.


Pünktlich wie die Feuerwehr erscheint Joseph, unser Guide, am Flughafen und begrüßt uns mit breitem Grinsen.

Dann verfrachtet Joseph uns zu unserer Unterkunft im Haus einer Freundin von Anita.

Am nächsten Morgen verladen wir unsere Habseligkeiten in einen Minibus und donnern in vier Stunden über den holprigen "Sepik-Highway" nach Pagwi, wo bereits ein zwanzig (!) Meter langes Einbaumkanu auf uns wartet.


Zum ersten Teil der Sepik River Saga

Zum dritten Teil der Sepik River Saga


Sepik River Cruise - Geister, Ahnen, Krokodile


Mehr als 1100 km lang wälzt der geheimnisvolle Sepik River seine schlammigen Fluten in endlosen Schleifen durch eine der abgelegensten Regionen Papua Neu Guineas.
Er hat ein Einzugsgebiet von mehr als 100.000 km² .
Die Sümpfe und Regenwälder entlang des Sepik sind Heimat unzähliger Krokodile, Moskitos, Vögel und Schlangen.
Die Sepik Region ist aber auch bekannt für ihre kulturelle Vielfalt.
Die Völker entlang des Flusses sind bekannt für ihre besonderen Schnitzereien und kunstvollen Männlichkeitsrituale, wie etwa das Ritzen von Ziernarben in die Körper der jungen Männer.

Ahnenhäuser, verziert mit wundersamen Schnitzereien erheben sich über die einzelnen Dörfer.
Es ist schon Nachmittag, als Anita, Amanda, Ute und ich am Flughafen von Madang auf unseren Flug nach Wewak warten.
Wewak ist das Eintrittstor zum Sepik River und von hier aus wollen wir unsere Expedition in die Welt der Geister, Ahnen und Krokodile beginnen.


Zum zweiten Teil der Sepik River Saga